Allergien bei Hunden sind längst keine Seltenheit mehr. Immer mehr Hunde leiden unter juckender Haut, Magen-Darm-Problemen oder wiederkehrenden Ohrentzündungen – selten vermuten die Besitzer eine Allergie als Ursache. Viele Symptome werden anfangs noch als harmlose Hautirritationen oder Magenverstimmungen abgetan. Doch wenn der Juckreiz chronisch wird oder der Hund sich ständig kratzt, könnte eine Allergie dahinterstecken.
Welche Faktoren bei Allergien eine Rolle spielen
Bei Allergien spielen Veranlagung und Umwelt zusammen. Verschiedene Faktoren sind zu berücksichtigen:
Fütterung: Bei einer Futtermittelallergie reagiert der Hund meist auf Proteine. Auch natürliche Zutaten können Allergien auslösen; industriell verarbeitetes Futter ist nicht grundsätzlich allergieauslösend.
Umweltfaktoren: Pollen, Hausstaubmilben und Schimmelpilze können bei entsprechend veranlagten Hunden allergische Reaktionen auslösen.
Genetische Veranlagung: Einige Rassen, etwa Französische Bulldoggen, Retriever oder Terrier, sind häufiger von atopischer Dermatitis betroffen.
Allergie oder Unverträglichkeit – Was ist der Unterschied?
Häufig werden Allergien mit Futterunverträglichkeiten verwechselt. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied:
Allergie: Das Immunsystem reagiert überempfindlich auf bestimmte Stoffe (z.B. Pollen, Futtermittel, Flohspeichel) und löst eine Abwehrreaktion aus. Diese kann sich durch Hautprobleme, Juckreiz oder Verdauungsbeschwerden äußern.
Unverträglichkeit: Hierbei handelt es sich um eine Reaktion des Verdauungssystems, nicht des Immunsystems. Beispielsweise kann ein Hund auf Laktose empfindlich reagieren, ohne dass eine echte Allergie vorliegt.
Da die Symptome oft ähnlich sind, ist eine genaue Diagnose entscheidend, um die richtige Behandlung einzuleiten.
Welche Arten von Allergien gibt es bei Hunden?
Hunde können auf verschiedene Stoffe allergisch reagieren. Während einige Allergien durch Futterbestandteile ausgelöst werden, sind andere auf Umweltfaktoren oder Parasiten zurückzuführen. Die häufigsten Allergiearten bei Hunden sind:
1. Futtermittelallergie
Eine Futtermittelallergie tritt auf, wenn das Immunsystem des Hundes auf bestimmte Proteine im Futter überempfindlich reagiert. Häufige Allergene sind:
Rind, Huhn, Schwein
Milchprodukte
Weizen und andere Getreide
Soja
Eier
Typische Symptome: Juckreiz, Hautrötungen, Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Erbrechen.
📌 Tipp: Eine Ausschlussdiät hilft dabei, das auslösende Allergen zu identifizieren.
2. Umweltallergie (Atopische Dermatitis)
Hier reagiert der Hund auf Umweltstoffe wie z.B.:
Pollen von Gräsern, Bäumen und Blumen
Hausstaubmilben
Schimmelpilze
Diese Allergie ist oft saisonal bedingt (z.B. im Frühling und Sommer, wenn Pollen in der Luft sind).
Typische Symptome: Starker Juckreiz (besonders an den Pfoten, Ohren und Bauch), entzündete Haut, Niesen, tränende Augen.
📌 Tipp: Regelmäßiges Pfotenwaschen nach Spaziergängen kann helfen, allergene Stoffe zu entfernen.
3. Kontaktallergie
Manche Hunde reagieren allergisch auf Stoffe, mit denen ihre Haut direkt in Berührung kommt. Dazu gehören:
Reinigungsmittel oder Waschmittel
Plastik- und Gummi-Materialien (z.B. in Hundespielzeug oder Näpfen)
Bestimmte Stoffe in Hundebetten oder Decken
Typische Symptome: Rötungen, Schwellungen oder Pusteln an den Kontaktstellen.
📌 Tipp: Meide bekannte Kontaktallergene und verwende hautverträgliche Produkte. Auch natürliche Reinigungsmittel können reizen oder Allergien auslösen.
4. Flohspeichelallergie
Einige Hunde reagieren allergisch auf den Speichel von Flöhen. Schon ein einzelner Flohbiss kann eine starke Reaktion auslösen.
Typische Symptome: Heftiger Juckreiz (besonders an Rücken und Schwanzansatz), Hautentzündungen, Haarausfall.
📌 Tipp: Eine konsequente Flohprophylaxe ist essenziell, um allergische Reaktionen zu vermeiden.
Typische Symptome von Allergien beim Hund
Die Symptome einer Allergie können je nach Auslöser und Hund unterschiedlich stark ausfallen. Manche Hunde zeigen nur leichte Hautreaktionen, während andere mit starken Beschwerden wie anhaltendem Juckreiz oder Verdauungsproblemen kämpfen.
Hautprobleme: Juckreiz, Rötungen & Haarausfall
Hautreaktionen gehören zu den häufigsten Anzeichen einer Allergie. Typische Symptome sind:
Starkes Kratzen, Lecken oder Beißen der Haut
Rötungen und Entzündungen
Haarausfall oder kahle Stellen
Trockene, schuppige oder fettige Haut
Besonders betroffen sind oft Pfoten, Bauch, Ohren, Achseln und die Region um die Augen. Wenn sich der Hund ständig kratzt oder an den Pfoten knabbert, könnte eine Allergie dahinterstecken.
📌 Tipp: Kühle, feuchte Umschläge können kurzfristig beruhigen. Verwende Hautpflegeprodukte nur nach tierärztlicher Rücksprache.
Magen-Darm-Beschwerden: Durchfall & Erbrechen
Allergien – insbesondere Futtermittelallergien – können auch den Verdauungstrakt betreffen. Symptome sind:
Wiederkehrender Durchfall
Erbrechen
Blähungen
Schleimiger oder ungewöhnlich gefärbter Kot
Diese Beschwerden treten oft nach der Fütterung auf und können auf eine Unverträglichkeit oder Allergie hinweisen.
📌 Tipp: Eine Ausschlussdiät hilft, das auslösende Allergen zu identifizieren.
Atemprobleme: Husten, Niesen & Atemnot
Obwohl seltener, können einige Hunde allergisch auf eingeatmete Stoffe wie Pollen oder Hausstaub reagieren. Symptome sind:
Häufiges Niesen oder Nasenausfluss
Trockener oder rasselnder Husten
Kurzatmigkeit oder keuchendes Atmen
Besonders in der Pollensaison verschlimmern sich diese Beschwerden oft.
📌 Tipp: Luftreiniger oder regelmäßiges Staubsaugen können die Allergenbelastung reduzieren. Husten muss abgeklärt werden; bei Atemnot ist sofort tierärztliche Hilfe nötig.
Wiederkehrende Ohrenentzündungen
Ein weiteres häufiges Anzeichen einer Allergie sind immer wiederkehrende Ohrenentzündungen. Symptome sind:
Ständiges Kratzen an den Ohren
Rötung oder Schwellung des Gehörgangs
Unangenehmer Geruch aus den Ohren
Kopfschütteln oder Schiefhaltung des Kopfes
Hunde mit Schlappohren, wie Cocker Spaniels oder Labradore, sind besonders anfällig.
📌 Tipp: Lass wiederkehrende Ohrprobleme untersuchen. Ob und womit du die Ohren reinigen solltest, legt dein Tierarzt fest.
Wie wird eine Allergie beim Hund diagnostiziert?
Da Allergien viele verschiedene Symptome haben, ist die richtige Diagnose oft eine Herausforderung. Es gibt jedoch bewährte Methoden, um die Ursache der Beschwerden zu identifizieren und eine gezielte Behandlung einzuleiten.
Ausschlussdiät – Der Goldstandard bei Futtermittelallergien
Wenn der Verdacht auf eine Futtermittelallergie besteht, ist eine Ausschlussdiät mit anschließender Provokation die beste Methode zur Diagnose. Dabei wird der Hund meist 8 bis 12 Wochen ausschließlich mit einer tierärztlich ausgewählten, bedarfsdeckenden Diät gefüttert, die bisher nicht gefütterte oder ausreichend hydrolysierte Proteine enthält.
Ablauf der Ausschlussdiät: ✅ Alle bisherigen Futterquellen werden komplett weggelassen ✅ Die ausgewählte Diät wird konsequent bis zum Ende des Versuchs gefüttert ✅ Bei Besserung folgt unter tierärztlicher Anleitung eine Provokation mit dem bisherigen Futter ✅ Kehren die Beschwerden zurück, stützt das die Diagnose; einzelne Zutaten können anschließend gezielt geprüft werden
📌 Wichtig: Während der Diät dürfen keine Leckerlis oder Essensreste gefüttert werden, da dies die Ergebnisse verfälschen kann.
Allergietests – Bluttest vs. Intradermaler Test
Umweltallergien werden klinisch nach Ausschluss anderer Juckreizursachen diagnostiziert. Blut- und Hauttests dienen vor allem dazu, passende Allergene für eine Hyposensibilisierung auszuwählen:
🔬 Bluttest:
Untersucht das Blut auf Antikörper gegen bestimmte Allergene (z. B. Pollen, Hausstaubmilben)
Schnelle und einfache Durchführung beim Tierarzt
Kann aber manchmal ungenaue Ergebnisse liefern
💉 Intradermaler Test (Hauttest):
Kleine Mengen potenzieller Allergene werden in die Haut injiziert
Eine Reaktion kann eine Sensibilisierung anzeigen, beweist allein aber keine klinisch relevante Allergie
Wird häufig von spezialisierten Tierärzten durchgeführt und zusammen mit dem Krankheitsverlauf beurteilt
📌 Tipp: Beide Tests sind erst nach klinischer Abklärung sinnvoll und eignen sich nicht zur Diagnose einer Futtermittelallergie.
Beobachtung & Allergietagebuch führen
Manchmal sind es nicht einzelne Tests, sondern die genaue Beobachtung des Hundes, die zur Diagnose führt. Ein Allergietagebuch kann helfen, Zusammenhänge zu erkennen:
📖 Was sollte ins Allergietagebuch? ✅ Datum und Art der Symptome ✅ Fütterungszeiten & genaue Futterzusammensetzung ✅ Spaziergänge (z. B. Wiesen, Wald, Stadt) ✅ Reinigung oder neue Produkte im Haushalt ✅ Medikamente oder Flohschutzmittel
So lassen sich Muster erkennen, und der Tierarzt kann gezielter eine Diagnose stellen.
Behandlungsmöglichkeiten für allergische Hunde
Sobald eine Allergie diagnostiziert wurde, geht es darum, die Symptome zu lindern und die auslösenden Allergene möglichst zu vermeiden. Die Behandlung hängt von der Art der Allergie ab, aber es gibt verschiedene Ansätze, die helfen können.
Hypoallergenes Futter & BARF-Ernährung
Wenn eine Futtermittelallergie festgestellt wurde, muss das Futter dauerhaft umgestellt werden. Mögliche Lösungen sind:
Gute Wahl für Hunde mit vielen Unverträglichkeiten
🥦 BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung):
Bietet Kontrolle über die Zutaten und vermeidet künstliche Zusatzstoffe
Individuelle Anpassung an die Bedürfnisse des Hundes möglich
📌 Tipp: Entscheidend sind verträgliche Zutaten und eine bedarfsdeckende Ration. Selbst zusammengestelltes Futter braucht eine tierärztliche Rationsberechnung. Rohfütterung bietet keinen belegten Allergievorteil und birgt Infektionsrisiken.
Möglichst kurz einsetzen; eine längere Anwendung erfordert eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung und Kontrollen
🌿 Natürliche Alternativen
Omega-3-Fettsäuren aus geeignetem Fischöl können unterstützend wirken; Leinöl ist kein gleichwertiger Ersatz für EPA und DHA
Für Kokosöl ist eine wirksame Behandlung allergischen Juckreizes nicht ausreichend belegt
Aloe-Vera-Produkte nur nach tierärztlicher Rücksprache verwenden; ungeeignete Bestandteile können beim Ablecken schaden
📌 Tipp: Medikamente sollten immer mit dem Tierarzt abgestimmt werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.
Hyposensibilisierung als langfristige Lösung
Für Hunde mit Umweltallergien (z. B. Pollen oder Hausstaubmilben) gibt es die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung (Allergie-Impfung). Dabei bekommt der Hund über Monate hinweg kleine Mengen des Allergens verabreicht, sodass sich das Immunsystem daran gewöhnt.
✅ Vorteile:
Kann langfristig die Symptome lindern
Verringert die Notwendigkeit von Medikamenten
❌ Nachteile:
Wirkt nicht bei jedem Hund
Erfordert Geduld, da die Therapie Monate oder Jahre dauert
📌 Tipp: Diese Therapie ist besonders bei Umweltallergien sinnvoll und sollte von einem spezialisierten Tierarzt durchgeführt werden.
Natürliche Hausmittel gegen Juckreiz
Für Hunde mit Hautallergien gibt es einige bewährte Hausmittel, die den Juckreiz lindern können:
🛁 Tierärztlich empfohlene Haferpräparate können gereizte Haut beruhigen 🍯 Medizinischer Honig kommt bei bestimmten Wunden nach tierärztlicher Anweisung infrage, nicht als Allergietherapie ❄️ Kühle, feuchte Kompressen können Juckreiz vorübergehend lindern
📌 Tipp: Auch wenn Hausmittel helfen können, sollten sie immer nur ergänzend zur Haupttherapie eingesetzt werden.
Cetirizin und Loratadin beim Hund: Was du wissen solltest
Viele Hundehalter fragen sich, ob sie ihrem Hund bei Juckreiz oder Pollenallergie einfach Cetirizin oder Loratadin geben können. Beide Wirkstoffe sind Antihistaminika aus der Humanmedizin und bei Menschen mit Heuschnupfen weit verbreitet. Beim Hund sieht die Sache allerdings anders aus.
Wie wirken Antihistaminika beim Hund?
Antihistaminika blockieren die Wirkung von Histamin, einem Botenstoff, der an allergischen Reaktionen beteiligt ist. Beim Hund spielt Histamin für den allergischen Juckreiz aber nur eine Nebenrolle. Andere Botenstoffe des Immunsystems sind hier deutlich wichtiger. Deshalb ist die Wirkung von Cetirizin, Loratadin oder Desloratadin bei Hunden oft begrenzt: Manche Hunde profitieren etwas, bei vielen bessert sich der Juckreiz kaum.
Warum du Tabletten aus der Hausapotheke nicht eigenmächtig geben solltest
Nur nach tierärztlicher Entscheidung: Ob ein Einsatz sinnvoll ist und in welcher Dosierung, entscheidet der Tierarzt anhand von Gewicht, Gesundheitszustand und weiteren Medikamenten.
Gefährliche Zusatzstoffe: Kombipräparate können abschwellende Wirkstoffe wie Pseudoephedrin enthalten, die für Hunde gefährlich sind. Auch der Süßstoff Xylit, der in manchen Säften oder Schmelztabletten steckt, ist für Hunde giftig.
Ursache bleibt unklar: Eine Tablette kann Symptome dämpfen, ohne die Ursache zu klären. Juckreiz entsteht auch durch Flöhe, Milben, Hautpilz oder bakterielle Infektionen.
Vorerkrankungen: Bei Hunden mit Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bei trächtigen oder säugenden Hündinnen ist besondere Vorsicht nötig.
Welche Alternativen gibt es?
Für den allergischen Juckreiz beim Hund gibt es tiermedizinische Medikamente, die gezielt an den Botenstoffen des Juckreizes ansetzen, etwa Tabletten mit dem Wirkstoff Oclacitinib (Apoquel®) oder Injektionen mit Antikörpern (Cytopoint®). Dazu kommen Kortison für einen begrenzten Zeitraum und die Hyposensibilisierung als langfristiger Ansatz. Welche Therapie zu deinem Hund passt, hängt von der Art der Allergie und der Schwere der Beschwerden ab.
Tipp: Sprich vor der Gabe eines Antihistaminikums immer mit deinem Tierarzt. Er kann einschätzen, ob ein Therapieversuch sinnvoll ist, und legt die passende Dosierung für deinen Hund fest.
Allergien beim Hund vorbeugen – So kannst du helfen
Auch wenn sich nicht jede Allergie verhindern lässt, gibt es einige Maßnahmen, um das Risiko zu minimieren oder die Symptome zu lindern. Eine gesunde Lebensweise und gezielte Pflege können dazu beitragen, das Immunsystem des Hundes zu stärken und allergische Reaktionen zu vermeiden.
Optimale Ernährung zur Stärkung des Immunsystems
Eine gesunde und artgerechte Ernährung ist die Grundlage für ein starkes Immunsystem.
🥩 Verträgliche Proteine und eine bedarfsdeckende Ration sichern die Nährstoffversorgung. 🥦 Omega-3-Fettsäuren aus geeignetem Fischöl können die Haut unterstützen. 🚫 Bekannte Allergene meiden, statt pauschal bestimmte Zutaten oder Zusatzstoffe auszuschließen.
📌 Tipp: Entscheidend ist die individuelle Verträglichkeit. Auch wenig verarbeitete Zutaten können Allergene enthalten.
Regelmäßige Fellpflege & Hygiene
Hunde, die zu Hautallergien neigen, profitieren von einer guten Fell- und Hautpflege.
🛁 Regelmäßiges Baden mit mildem, hypoallergenem Hundeshampoo entfernt allergene Stoffe. 🖌 Tägliches Bürsten hilft, Hautschuppen und abgestorbene Haare zu entfernen. 🧴 Pfotenpflege nach Spaziergängen (z. B. mit lauwarmem Wasser abwaschen) verhindert, dass Pollen oder andere Allergene in die Wohnung getragen werden.
📌 Tipp: Häufigkeit und Shampoo legt dein Tierarzt fest. Bei allergischen Hunden können häufigere medizinische Bäder sinnvoll sein.
Gerade Hunde mit Umweltallergien reagieren empfindlich auf Stoffe in der Umgebung. Hier einige Möglichkeiten, die Belastung zu reduzieren:
🏠 Sauberes Zuhause: Regelmäßiges Staubsaugen (am besten mit HEPA-Filter) hält Hausstaubmilben in Schach. 🌿 Pollen vermeiden: Spaziergänge an die örtliche Pollenbelastung anpassen. 🛏 Waschbare Hundebetten: Regelmäßig heiß waschen, um Milben und Pollen zu entfernen. 💨 Luftreiniger nutzen: Hilft, allergene Partikel aus der Luft zu filtern.
📌 Tipp: Teppiche und Vorhänge sind wahre Staubfänger – glatte Böden und waschbare Materialien sind für allergische Hunde besser geeignet.
Pollenallergie beim Hund: Hausmittel und Alltagstipps
Gräser, Bäume und Kräuter blühen vom Frühjahr bis in den Spätsommer. Für Hunde mit Pollenallergie bedeutet das oft Juckreiz an Pfoten, Bauch, Achseln und im Gesicht, gerötete Augen und manchmal Niesen. Neben der tierärztlichen Behandlung kannst du im Alltag einiges tun, damit dein Hund weniger Pollen abbekommt.
Bewährte Hausmittel bei Pollen- und Gräserallergie
Pfoten und Bauch abwaschen: nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser oder einem feuchten Tuch. So bleiben Pollen nicht lange auf der Haut.
Fell abwischen oder bürsten: am besten draußen, damit die Pollen nicht in der Wohnung landen.
Hohe Wiesen meiden: In der Blütezeit lieber auf Wegen oder im Wald spazieren gehen. Nach einem Regenschauer ist die Pollenbelastung meist geringer.
Liegeplätze sauber halten: Decken und Hundebett in der Pollensaison häufiger heiß waschen.
Haut beruhigen: Ein mildes, juckreizlinderndes Hundeshampoo spült Pollen aus dem Fell. Wie oft Baden bei deinem Hund sinnvoll ist, besprichst du am besten mit deinem Tierarzt.
Omega-3-Fettsäuren: können die Hautbarriere unterstützen. Eine Wirkung zeigt sich meist erst nach mehreren Wochen.
Wo Hausmittel an ihre Grenzen kommen
Manche unterstützenden Maßnahmen können Beschwerden lindern, heilen eine Allergie aber nicht. Hört der Juckreiz nicht auf, entstehen nässende Stellen, riecht die Haut unangenehm oder leckt dein Hund seine Pfoten wund, solltest du tierärztliche Hilfe suchen. Dann steckt oft eine Infektion mit Bakterien oder Hefepilzen dahinter, die gezielt behandelt werden muss.
Wichtig: Verzichte auf ätherische Öle wie Teebaumöl, auf Essig auf offener Haut und auf Salben aus der Humanmedizin. Diese Mittel können die Haut zusätzlich reizen oder beim Ablecken schaden.
Fazit: Was tun, wenn dein Hund an einer Allergie leidet?
Allergien beim Hund sind nicht nur lästig, sondern können das Wohlbefinden und die Lebensqualität deines Vierbeiners erheblich beeinträchtigen. Doch mit der richtigen Diagnose und Behandlung lassen sich die Symptome meist gut in den Griff bekommen.
Frühzeitige Diagnose ist entscheidend
Je früher eine Allergie erkannt wird, desto besser kann man auf die Bedürfnisse des Hundes eingehen. Wenn dein Hund häufig unter Juckreiz, Verdauungsproblemen oder anderen allergietypischen Symptomen leidet, solltest du nicht lange zögern und einen Tierarzt aufsuchen.
Individuelle Therapie für ein besseres Hundeleben
Die richtige Behandlung hängt immer von der Art der Allergie ab. Ob Futterumstellung, medikamentöse Therapie oder Hyposensibilisierung – eine individuell angepasste Lösung sorgt dafür, dass dein Hund trotz Allergie ein glückliches und beschwerdefreies Leben führen kann.
Tipps für ein allergiefreundliches Zuhause
Durch eine angepasste Ernährung, gute Hygiene und die Vermeidung von Allergenen kannst du aktiv dazu beitragen, dass dein Hund weniger unter seiner Allergie leidet. Kleine Maßnahmen wie das Waschen von Hundebetten, regelmäßiges Bürsten oder eine pollenarme Umgebung können einen großen Unterschied machen.
📌 Merke: Allergien beim Hund sind zwar oft chronisch, aber mit der richtigen Pflege und Behandlung kannst du deinem Vierbeiner ein entspanntes und gesundes Leben ermöglichen.
Häufig gestellte Fragen zu Allergien beim Hund
1. Darf ich meinem Hund Cetirizin geben?
Nur nach Rücksprache mit deinem Tierarzt. Cetirizin-Präparate aus der Hausapotheke dürfen beim Hund nur nach tierärztlicher Anweisung eingesetzt werden. Beim allergischen Juckreiz wirkt es bei Hunden oft nur begrenzt. Ob ein Therapieversuch sinnvoll ist und in welcher Dosierung, entscheidet der Tierarzt. Gib deinem Hund keine Tabletten aus der eigenen Hausapotheke, vor allem keine Kombipräparate.
2. Hilft Loratadin oder Desloratadin bei Hunden mit Allergie?
Loratadin und Desloratadin gehören ebenfalls zu den Antihistaminika. Auch hier gilt: Manche Hunde sprechen etwas an, viele kaum. Für stärkeren Juckreiz gibt es tiermedizinische Medikamente, die gezielter wirken. Lass dich deshalb beraten, bevor du etwas ausprobierst.
3. Welche Allergietabletten gibt es für Hunde?
Gegen allergischen Juckreiz setzen Tierärzte vor allem verschreibungspflichtige Medikamente ein, zum Beispiel Oclacitinib (Apoquel®), Kortison oder Ciclosporin. Daneben gibt es eine Antikörper-Injektion (Cytopoint®), die in regelmäßigen Abständen wiederholt wird. Welches Mittel passt, hängt von der Art der Allergie, dem Alter und dem Gesundheitszustand deines Hundes ab.
4. Hilft Homöopathie bei einer Allergie beim Hund?
Ein wissenschaftlicher Nachweis, dass homöopathische Mittel Allergien beim Hund wirksam behandeln, fehlt bislang. Wichtig ist vor allem, dass dein Hund durch Behandlungsversuche nicht zu lange auf eine wirksame Therapie warten muss. Anhaltender Juckreiz führt schnell zu wunden Stellen und Hautinfektionen.
5. Wie erkenne ich eine Allergie bei meinem Hund?
Typische Anzeichen sind ständiger Juckreiz, Rötungen, Hautausschläge, Haarausfall, Ohrenentzündungen oder Verdauungsprobleme wie Durchfall und Erbrechen. Manche Hunde niesen auch vermehrt oder zeigen Atemprobleme.
6. Welche Hunderassen sind besonders anfällig für Allergien?
Einige Rassen sind häufiger betroffen als andere, darunter Französische Bulldoggen, Labrador Retriever, Golden Retriever, West Highland White Terrier und Deutscher Schäferhund. Eine genetische Veranlagung spielt eine Rolle.
7. Kann eine Hundeallergie von alleine verschwinden?
Nein, eine einmal entwickelte Allergie bleibt in der Regel bestehen. Allerdings können die Symptome durch eine gezielte Behandlung und Vermeidung der Allergene minimiert werden.
8. Wann sollte ich mit meinem Hund wegen einer Allergie zum Tierarzt?
Wenn dein Hund anhaltenden Juckreiz, häufige Hautprobleme, Verdauungsbeschwerden oder wiederkehrende Ohrenentzündungen hat, solltest du einen Tierarzt aufsuchen. Auch plötzliche Atemprobleme sind ein Notfall und erfordern sofortige tierärztliche Hilfe.
9. Welche Allergietests gibt es für Hunde?
Blut- und Hauttests helfen nach klinischer Diagnose bei der Auswahl von Allergenen für die Hyposensibilisierung. Eine Futtermittelallergie wird durch Ausschlussdiät und anschließende Provokation abgeklärt:
Bluttest: Analysiert Antikörper gegen Umweltallergene wie Pollen oder Milben. Bluttests auf Futtermittelallergien sind nicht zuverlässig.
Intradermaler Test (Hauttest): Allergene werden in die Haut injiziert. Die Reaktion muss mit den klinischen Beschwerden abgeglichen werden.
10. Kann ich meinem Hund bei einer Allergie Hausmittel geben?
Ja, einige Hausmittel können Linderung verschaffen:
Kühle, feuchte Umschläge zur vorübergehenden Beruhigung der Haut
Lachsöl zur möglichen Unterstützung der Haut nach tierärztlicher Rücksprache
Aber: Hausmittel ersetzen keine tierärztliche Diagnose!
11. Welches Futter eignet sich für allergische Hunde?
Hypoallergenes Futter mit hydrolysierten Proteinen
Single-Protein-Futter (z. B. Pferd oder Insektenprotein)
Selbstgekochtes oder BARF (unter tierärztlicher Anleitung)
Futter ohne die individuell nachgewiesenen Auslöser; Getreide und Soja müssen nicht pauschal gemieden werden
12. Sind Umweltallergien heilbar?
Nein, aber die Symptome lassen sich durch eine Hyposensibilisierung oder eine gezielte Reduktion der Allergene (z. B. Luftreiniger, häufiges Staubsaugen) deutlich lindern.
13. Können Hunde auch allergisch auf Menschen oder andere Tiere sein?
Ja, es gibt Fälle, in denen Hunde allergisch auf menschliche Hautschuppen, Katzenhaare oder andere Hunde reagieren. Solche Allergien sind aber seltener als Futter- oder Umweltallergien.
14. Gibt es Medikamente, die meinem Hund bei einer Allergie helfen können?
Ja, je nach Allergie können verschiedene Medikamente helfen:
Antihistaminika (z. B. Cetirizin) zur Juckreizlinderung
Kortison bei schweren allergischen Reaktionen (nur kurzfristig empfohlen)
Cytopoint oder Apoquel als moderne Alternativen für Hautallergien
Hyposensibilisierung als langfristige Lösung bei Umweltallergien
📌 Tipp: Medikamente immer mit dem Tierarzt absprechen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.
Weil mir das Wohl Ihres Hundes am Herzen liegt:
Bei Fragen zu Allergien bei Ihrem Hund, kontaktieren Sie mich gerne.
Tierarzt mit eigener Praxis seit 1993, heute in Pfaffenhofen an der Ilm. Er schreibt das Tierlexikon, damit Tierhalter Symptome früh einordnen können und wissen, wann eine Untersuchung nötig ist.
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