Mauke beim Pferd
Mauke beim Pferd lässt sich mit der richtigen Behandlung gut in den Griff bekommen. Sechs Fehler, die Sie dabei vermeiden sollten.
Hufrehe ist eine schwerwiegende Erkrankung beim Pferd. Welche verbreiteten Irrtümer Ihrem Pferd schaden können und was wirklich hilft.
Hufrehe (Laminitis) ist eine der schmerzhaftesten und folgenschwersten Erkrankungen beim Pferd. Sie betrifft die Huflederhaut, das empfindliche Bindegewebe zwischen Hufwand und Hufbein, das bei Hufrehe geschädigt wird. Die Folge: Das Hufbein kann sich absenken oder im schlimmsten Fall durch die Hufsohle durchbrechen – ein medizinischer Notfall.
Viele Halter denken bei Hufrehe nur an zu viel Gras im Frühling – doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. In Wahrheit ist Hufrehe eine Erkrankung mit unterschiedlichen Ursachen, die ganzjährig auftreten kann – ausgelöst durch Fütterungsfehler, hormonelle Störungen oder Überbelastung.
Hufrehe ist eine Erkrankung des Hufbeinträgers mit verschiedenen Auslösern. Das bedeutet: Wer die Ursache kennt und kontrolliert, kann Reheschübe oft verhindern oder frühzeitig abfangen.
Futter kann einen Reheschub auslösen, besonders bei Pferden mit einer gestörten Insulinregulation:
Bei einer gestörten Insulinregulation kann zucker- und stärkereiches Futter stark erhöhte Insulinwerte und damit Rehe auslösen. Eine massive Überaufnahme rasch fermentierbarer Kohlenhydrate kann außerdem die Darmflora stören und eine schwere systemische Entzündungsreaktion auslösen.
Eine gestörte Insulinregulation ist eine besonders häufige Grundlage der Hufrehe:
Wichtig: Diese Pferde können bereits bei normalen Grasverhältnissen oder minimalem Futterüberschuss einen Reheschub entwickeln – ohne Vorwarnung.
Tritt einseitig auf, wenn ein Bein übermäßig belastet wird – z. B. bei:
Durch die Dauerbelastung staut sich der Blutfluss → Entzündung der Huflederhaut.
Selten, aber möglich – durch:
Die Giftstoffe gelangen über das Blut in die Huflederhaut und lösen die Entzündungsreaktion aus.
Stress und Belastungen können den Allgemeinzustand beeinträchtigen. Wie stark sie das Reherisiko beeinflussen, hängt von Grunderkrankungen und weiteren Auslösern ab.
Hufrehe kann schleichend beginnen oder plötzlich auftreten – in beiden Fällen gilt: Je früher erkannt, desto größer die Chance auf vollständige Genesung. Viele Pferdebesitzer übersehen jedoch die ersten Warnzeichen, weil sie oft subtil wirken.
Diese Phase wird oft nicht erkannt, ist aber entscheidend für die Prävention:
👉 Tipp: Wer sein Pferd gut kennt, erkennt diese feinen Veränderungen im Verhalten schneller.
Sobald die Entzündung der Huflederhaut stärker ausgeprägt ist, treten folgende Merkmale auf:
Wird ein akuter Schub nicht rechtzeitig behandelt, drohen irreversible Schäden:
Meist sind die Vorderhufe betroffen, weil sie den Großteil des Körpergewichts tragen. In seltenen Fällen können auch alle vier Hufe oder nur die Hinterhufe betroffen sein – z. B. bei Belastungsrehe.
Die Belastungsrehe, auch mechanische Hufrehe genannt, entsteht nicht durch Futter oder Stoffwechsel, sondern durch eine Überlastung des Hufes. Sie betrifft meist einen einzelnen Huf und wird deshalb oft zu spät erkannt.
Die Huflederhaut ist auf den ständigen Wechsel von Belastung und Entlastung angewiesen, damit sie gut durchblutet wird. Kann ein Pferd ein Bein wegen einer schweren Verletzung, einer Fraktur, eines Hufabszesses oder nach einer Operation über längere Zeit nicht belasten, trägt das gegenüberliegende Bein das Gewicht dauerhaft. Die Durchblutung in diesem Stützbein nimmt ab und die Huflederhaut wird geschädigt. Seltener entsteht eine Belastungsrehe durch lange, ungewohnte Arbeit auf hartem Untergrund.
Wichtig ist, das Stützbein von Anfang an mitzudenken: Sohlenpolster oder Rehe-Verbände, eine tiefe, weiche Einstreu und eine gute Schmerztherapie für das verletzte Bein, damit das Pferd beide Seiten möglichst gleichmäßig belastet. Tägliche Kontrollen von Wärme und Puls am Stützbein helfen, eine beginnende Rehe früh zu erkennen. Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, legt dein Tierarzt gemeinsam mit dem Hufbearbeiter fest.
Die Prognose einer Belastungsrehe ist oft vorsichtig zu stellen, weil die ursprüngliche Verletzung weiter besteht. Je früher sie erkannt wird, desto besser sind die Chancen. Auf die Weide darf ein Pferd nach einer Belastungsrehe erst wieder, wenn der Tierarzt es freigibt.
Je früher Hufrehe erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Eine schnelle und präzise Diagnose durch den Tierarzt ist deshalb entscheidend – insbesondere, um die Auslöser zu identifizieren und Folgeerkrankungen zu verhindern.
Zunächst erfolgt die Befragung des Besitzers:
Dann wird das Pferd sorgfältig untersucht:
Mit einer Hufzange prüft der Tierarzt die Schmerzempfindlichkeit an bestimmten Hufbereichen (v. a. im Zehenbereich). Dieser Test ist sehr aussagekräftig bei akuter Rehe.
Ein Röntgenbild des Hufs zeigt, ob und wie stark das Hufbein bereits geschädigt ist:
Das Röntgen hilft auch, den Verlauf der Erkrankung zu dokumentieren und den Therapieplan individuell anzupassen.
Gerade bei schleichenden Symptomen müssen auch andere Ursachen wie Hufabszesse, Sohlenprellungen oder andere orthopädische Probleme ausgeschlossen werden.
Eine Hufrehe ist ein medizinischer Notfall. Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Entzündung zu stoppen und die Hufmechanik zu stabilisieren, bevor bleibende Schäden entstehen. Je früher die Therapie beginnt, desto besser die Heilungschancen.
Ein erfahrener Hufschmied oder Huforthopäde ist nun unerlässlich:
👉 Eine gute Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und Hufbearbeiter ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
Wenn EMS oder Cushing vorliegt, muss die Grunderkrankung gezielt behandelt werden, je nach Befund diätetisch und gegebenenfalls medikamentös:
Die Heilung einer Hufrehe braucht Zeit. Wenn die Schmerzen trotz Behandlung nicht nachlassen oder sich der Zustand verschlechtert, kontaktiere sofort deinen Tierarzt zur erneuten Beurteilung. Häufige Gründe sind:
Bleibt der Hufpuls über längere Zeit deutlich spürbar, kann das auf einen weiterhin aktiven schmerzhaften Prozess im Huf hinweisen, etwa durch einen fortbestehenden Reheprozess oder einen Abszess. Warte dann nicht ab, sondern lass dein Pferd erneut untersuchen.
Sinnvoll sind meist neue Röntgenaufnahmen, eine Blutuntersuchung auf Insulin und ACTH, eine Analyse des Heus und eine enge Abstimmung zwischen Tierarzt und Hufbearbeiter. So lässt sich herausfinden, an welcher Stelle der Heilungsprozess hängt.
Ein Reheschub mag überstanden sein – doch die eigentliche Arbeit beginnt jetzt: Rückfälle sind häufig, besonders wenn die Auslöser nicht dauerhaft beseitigt werden. Eine strukturierte Nachsorge und konsequente Haltung sind entscheidend, um dein Pferd langfristig gesund zu erhalten.
💡 Tipp: Fütterungstagebuch führen, besonders bei Wetterumschwüngen und Fruktan-gefährlichen Tagen.
Hufrehe ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut, bei der sich das Hufbein vom Hufhorn lösen kann. Im schlimmsten Fall senkt sich das Hufbein ab oder durchstößt sogar die Hufsohle.
Zu den häufigsten Ursachen gehören zuckerreiches Futter (Fruktan), plötzlicher Weidegang, Cushing-Syndrom, Equines Metabolisches Syndrom (EMS), Vergiftungen und Überlastung eines Beines.
Typisch sind eine Rehehaltung (nach hinten gelehnt), steifer Gang, warme Hufe, erhöhter Hufpuls sowie Unwilligkeit beim Gehen oder Hufegeben.
Bewegung sofort stoppen, Pferd in eine weiche, tiefe Einstreu stellen und die Hufe kühlen. Dann schnellstmöglich den Tierarzt rufen – es ist ein Notfall!
Akute Hufrehe kann vollständig ausheilen – vorausgesetzt, sie wird frühzeitig behandelt. Bei chronischer Rehe bleiben jedoch oft dauerhafte Veränderungen im Huf zurück.
Durch klinische Untersuchung, Hufzangentest, Röntgenaufnahmen und bei Bedarf Blutuntersuchungen (z. B. ACTH, Insulin, Glukose).
Ponys, übergewichtige Pferde, leichtfuttrige Rassen, EMS- oder Cushing-Patienten sowie Pferde mit wenig Bewegung oder unkontrolliertem Futterzugang.
Erst nach tierärztlicher Freigabe und abhängig von Insulinregulation und Hufzustand. Manche Pferde müssen dauerhaft auf Weidegang verzichten. Auch morgens kann der Zuckergehalt des Grases hoch sein, besonders nach kalten Nächten; ein Weidemaulkorb macht den Weidegang nicht automatisch sicher.
Durch kontrollierte Fütterung, Gewichtskontrolle, regelmäßige Hufpflege, gutes Haltungsmanagement und frühzeitige Behandlung von Stoffwechselerkrankungen.
Er ist neben dem Tierarzt eine zentrale Figur: Korrekte Stellung, entlastende Maßnahmen und regelmäßige Kontrolle entscheiden über Verlauf und Lebensqualität des Pferdes.
Eine feste Anzahl an Tagen gibt es nicht. In der akuten Phase ist strikte Ruhe auf tiefer, weicher Einstreu wichtig, oft über mehrere Wochen. Entscheidend ist der Verlauf: Erst wenn dein Pferd ohne Schmerzmittel entspannt steht, Wärme und Puls im Huf sich normalisiert haben und das Röntgenbild stabil ist, beginnt meist das vorsichtige Führen im Schritt auf weichem Boden. Wann und wie die Bewegung gesteigert wird, legt dein Tierarzt fest.
Ja, beides ist möglich. Am häufigsten sind beide Vorderhufe betroffen. Rehe an nur einem Huf spricht oft für eine Belastungsrehe, allerdings sind Wärme und Pulsation an einem einzelnen Huf auch typisch für einen Hufabszess. Sind alle vier Hufe betroffen, ist die typische Rehehaltung schwerer zu erkennen: Die Pferde stehen mit untergestellten Beinen, wollen sich kaum bewegen oder liegen viel. In jedem Fall gehört das Pferd in tierärztliche Hände.
Als subklinisch bezeichnet man eine Rehe, die ohne deutliche Lahmheit abläuft. Hinweise können Rehe-Ringe sein, die an den Trachten weiter auseinanderliegen als an der Zehe, eine verbreiterte oder rötlich verfärbte weiße Linie, ein fühliger Gang auf Schotter oder ein immer wieder erhöhter Hufpuls. Häufig steckt eine Stoffwechselstörung wie EMS oder PPID dahinter. Wer solche Zeichen bemerkt, sollte die Ursache abklären lassen, bevor es zu einem akuten Schub kommt.
Viele Pferde leben nach einer Hufrehe noch viele Jahre, wenn die Ursache erkannt und dauerhaft kontrolliert wird. Ungünstiger ist die Prognose bei starker Rotation oder Absenkung des Hufbeins, einem Durchbruch durch die Sohle, Schmerzen, die sich trotz Therapie nicht lindern lassen, und Pferden, die kaum noch aufstehen. Ob und wann ein Pferd erlöst werden sollte, ist eine Entscheidung, die du gemeinsam mit deinem Tierarzt anhand der Lebensqualität und Schmerzsituation triffst.

Weil mir das Wohl Ihres Pferdes am Herzen liegt:
Bei Fragen zu Hufrehe bei Ihrem Pferd, kontaktieren Sie mich gerne.
Ihr Dr. vet. Henning v. Lützow
Lassen Sie es untersuchen, bevor aus kleinen Beschwerden ein großes Problem wird. Dr. med. vet. Henning v. Lützow nimmt sich Zeit für Sie und Ihr Tier.