Pferd

Wie du dein Pferd vor Sommerekzem schützen kannst – dauerhaft & effektiv

Sommerekzem quält viele Pferde jedes Jahr. So schützen Sie Ihr Pferd dauerhaft und wirksam vor Juckreiz und Mückenstichen.

Sommerekzem beim Pferd
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist Sommerekzem – und warum betrifft es so viele Pferde?
  2. Ursachen und Auslöser des Sommerekzems
  3. Symptome: So erkennst du Sommerekzem frühzeitig
  4. Diagnose: So stellt der Tierarzt Sommerekzem fest
  5. Behandlung: Was hilft wirklich gegen Sommerekzem?
  6. Ekzemerdecke und Schweifschutz: Darauf kommt es an
  7. Vorbeugung: So schützt du dein Pferd vor Sommerekzem
  8. Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Sommerekzem beim Pferd

Was ist Sommerekzem – und warum betrifft es so viele Pferde?

Das Sommerekzem ist eine chronische allergische Hauterkrankung, die vor allem in den warmen Monaten auftritt – verursacht durch eine Überempfindlichkeit gegenüber den Stichen bestimmter Insekten, insbesondere der Gnitzen (Culicoides spp.). Betroffene Pferde leiden unter quälendem Juckreiz, offenen Wunden und dauerhaften Hautveränderungen.

Ein zunehmendes Problem in Europa

Besonders aus Island importierte Pferde sind gefährdet, weil sie dort ohne Kontakt zu Culicoides aufwachsen. Auch andere Pferde können erkranken. Eine Rolle spielen unter anderem:

  • Klimawandel und längere Insektensaison
  • Veränderung der Weidebedingungen
  • Genetische Veranlagung und Kontakt mit den auslösenden Insekten

Warum Sommerekzem keine Bagatelle ist

  • Starker Juckreiz führt zu massivem Scheuern
  • Sekundärinfektionen und Narbenbildung sind häufig
  • In schweren Fällen kann die Lebensqualität massiv eingeschränkt sein
  • Ohne konsequente Maßnahmen kann sich das Ekzem von Jahr zu Jahr verschlimmern

Ursachen und Auslöser des Sommerekzems

Das Sommerekzem ist keine einfache Hautreizung, sondern eine allergische Reaktion auf den Speichel bestimmter Insekten. Die betroffenen Pferde entwickeln eine Überempfindlichkeit (Typ-I- und Typ-IV-Allergie), was zu einer übersteigerten Immunantwort auf eigentlich harmlose Proteine führt.


1. Der Hauptverursacher: Die Gnitze (Culicoides spp.)

  • Diese winzigen Mücken sind besonders in der Dämmerung aktiv (morgens & abends).
  • Sie leben in feuchten Gebieten (Weiden in Bachnähe, Misthaufen etc.)
  • Beim Blutsaugen injizieren sie Speichel, auf den das Immunsystem überreagiert.

2. Weitere Insekten als Verstärker

Auch andere stechende Insekten (z. B. Bremsen, Stechmücken, Kriebelmücken) können das Ekzem verschlimmern – sie sind zwar nicht die primäre Ursache, verstärken aber die Symptome.


3. Genetische Veranlagung und importierte Pferde

  • Besonders aus Island importierte Pferde sind gefährdet. Dort wachsen sie ohne Culicoides-Kontakt auf; späterer Erstkontakt kann die Entwicklung einer Allergie begünstigen.
  • Auch andere Rassen können betroffen sein; ein Import allein belegt keine erhöhte Anfälligkeit.
  • Manche Pferde reagieren ab dem zweiten oder dritten Sommer nach der Einreise mit starkem Ekzem.

4. Immunsystem, Stoffwechsel und Hautgesundheit

Weitere Einflüsse auf Haut und Allgemeingesundheit werden diskutiert. Sie sind nicht mit gesicherten Ursachen des Sommerekzems gleichzusetzen:

  • Allgemeine Allergieneigung (z. B. Heustaub, Pollen)
  • Veränderungen des Haut- oder Darmmikrobioms werden erforscht; ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht gesichert
  • Eine angebliche Leberbelastung oder mangelnde Entgiftung ist keine belegte Ursache des Sommerekzems
  • Nährstoffmängel können die Hautgesundheit beeinträchtigen, erklären aber nicht allein die Insektenallergie

5. Umweltfaktoren

  • Stehende Luft und Hitze erhöhen die Gnitzenaktivität
  • Feuchte Wiesen, Nähe zu Gewässern, windgeschützte Koppeln fördern den Befall
  • Auch Stallklima (Ammoniakdämpfe, feuchte Boxen) kann die Hautbarriere schwächen

Fazit: Das Sommerekzem ist eine Insektenallergie. Entscheidend sind die individuelle Veranlagung und der Kontakt mit auslösenden Insekten; konsequenter Insektenschutz steht im Mittelpunkt.

Symptome: So erkennst du Sommerekzem frühzeitig

Das Sommerekzem zeigt sich vor allem durch starken, saisonalen Juckreiz, meist zwischen April und Oktober. Die Symptome treten immer wiederkehrend auf und verstärken sich meist von Jahr zu Jahr – wenn keine gezielte Behandlung erfolgt.


1. Typische betroffene Körperstellen

  • Mähnenkamm
  • Schweifrübe
  • Bauchnaht (mittig, von Brust bis Schlauchsack/Euter)
  • Widerrist
  • Ohren und Gesicht (seltener, meist bei starkem Befall)

👉 Diese Stellen sind für Gnitzen besonders gut erreichbar – dünne Haut, warme Körperregionen.


2. Frühe Anzeichen (Frühjahr/erste Insektenflüge)

  • Leichtes Scheuern an Mähne und Schweif
  • Erste kleine Pusteln oder Quaddeln
  • Unruhe beim Reiten oder Putzen
  • Pferd wird „kribbelig“, schlägt mit dem Schweif, wälzt sich häufiger

3. Fortgeschrittene Symptome (Sommer)

  • Kahle Stellen durch Scheuern
  • Verkrustete, nässende Wunden
  • Verdickte Hautareale mit vergröberter Hautzeichnung (Lichenifikation)
  • Starker Sekundärgeruch durch Hautinfektionen
  • Teilweise sogar blutige Stellen oder offene Haut

4. Langfristige Folgen bei chronischem Sommerekzem

  • Narbenbildung, dauerhaft kahle Mähnen- und Schweifansätze
  • Sekundäre bakterielle oder mykotische Infektionen
  • Reduzierte Reitbarkeit und Berührungsempfindlichkeit
  • Psychische Belastung durch ständigen Juckreiz (Unruhe, Aggression)

5. Verwechslungsgefahr

Das Sommerekzem kann leicht mit anderen Hautproblemen verwechselt werden, z. B.:

  • Parasitenbefall (Haarlinge, Milben)
  • Pilzinfektionen
  • Mauke oder Hautekzeme durch Futter-/Kontaktallergien
  • mechanische Scheuerstellen durch Sattel oder Fliegendecken

➡️ Eine eindeutige Diagnose stellt immer der Tierarzt, ggf. mit Hautprobe oder Allergietest.

Diagnose: So stellt der Tierarzt Sommerekzem fest

Ein typisches Sommerekzem erkennt ein erfahrener Tierarzt oft schon am Gesamtbild: Juckreiz an Mähnenkamm, Schweifrübe und Bauchnaht, der jedes Jahr in der Insektensaison wiederkommt und im Winter abklingt. Trotzdem ist eine sorgfältige Abklärung wichtig, denn andere Hauterkrankungen sehen ähnlich aus und brauchen eine andere Behandlung.

1. Vorbericht und klinische Untersuchung

Der Tierarzt fragt nach dem Verlauf: Seit wann besteht der Juckreiz, tritt er nur im Sommerhalbjahr auf, wann ist das Pferd auf der Weide, ist es importiert und sind andere Pferde im Bestand betroffen? Danach untersucht er die Haut genau und achtet auf die Verteilung der Veränderungen.

2. Ausschluss anderer Ursachen

  • Hautgeschabsel und Fellprobe, um Milben und Haarlinge zu erkennen
  • Pilzkultur bei Verdacht auf Hautpilz
  • Abklatsch- oder Tupferprobe bei Verdacht auf bakterielle Sekundärinfektionen
  • In unklaren Fällen eine Hautbiopsie

3. Allergietests

Bluttests oder Intrakutantests auf Insektenallergene können ergänzende Hinweise geben, sind für sich allein aber nicht beweisend. Der Nutzen einer allergen-spezifischen Immuntherapie mit herkömmlichen Culicoides-Extrakten ist beim Sommerekzem bislang nicht ausreichend belegt. Die Diagnose stützt sich immer auf das Gesamtbild aus Vorbericht, Befund und Ausschluss anderer Erkrankungen.

4. Verlauf unter Insektenschutz

Bessert sich der Juckreiz deutlich, sobald das Pferd konsequent vor Gnitzen geschützt wird, etwa mit Ekzemerdecke und angepassten Weidezeiten, spricht das zusätzlich für ein Sommerekzem.

Tipp: Fotografiere die betroffenen Stellen über die Saison hinweg. Die Bilder helfen deinem Tierarzt, den Verlauf und den Erfolg der Maßnahmen einzuschätzen.

Behandlung: Was hilft wirklich gegen Sommerekzem?

Die Behandlung des Sommerekzems ist langfristig und ganzheitlich. Ein einzelnes Mittel wirkt selten dauerhaft – nur eine Kombination aus Insektenschutz, Hautpflege, Ernährung und ggf. Medikation bringt nachhaltigen Erfolg.


1. Insektenschutz – die wichtigste Maßnahme

✅ Ekzemerdecke

  • Speziell entwickelte Decken mit Bauchlatz, Halsteil und Schweifschutz
  • Eng anliegend, aber atmungsaktiv
  • Rund-um-die-Uhr tragen, ab dem ersten Insektenflug (idealerweise schon ab März/April)

✅ Fliegenspray

  • Ergänzend zur Decke
  • Nur ekzemverträgliche Varianten ohne aggressive Inhaltsstoffe verwenden
  • Auf Mähnenkamm, Bauch und Beine sprühen (ggf. mit Schwamm auftragen)

2. Hautpflege und Wundversorgung

✅ Reinigende Pflege

  • Regelmäßiges Waschen mit mildem Ekzemshampoo (pH-neutral, juckreizlindernd)
  • Schonende Reinigung und passende Hautpflege können das Risiko für Sekundärinfektionen senken

✅ Rückfettende und heilende Salben

  • Zinksalbe, Ringelblumensalbe, Aloe Vera oder spezielle Ekzemcremes
  • Bei nässenden Stellen: kühlende Gels
  • Bei Krusten: weichen lassen, nicht gewaltsam entfernen

✅ Vorsicht bei stark duftenden Produkten

  • Viele ätherische Öle sind hautreizend – v. a. bei offenen Stellen
  • Kein Teebaumöl! (für Pferdehaut giftig bei hoher Konzentration)

3. Innere Unterstützung – Futter & Ergänzer

✅ Futterumstellung

  • Zucker- und stärkearme Ernährung (besonders bei Stoffwechselpferden)
  • Analysiertes Heu, keine Silage oder schimmelbelastetes Futter
  • Kein Weidegang in der Dämmerung oder an warmen, windstillen Tagen

✅ Ergänzungsfuttermittel

  • Ergänzungsfuttermittel nur bei passendem Bedarf und nach fachlicher Beratung einsetzen; für Schwarzkümmelöl, Biotin oder MSM ist eine verlässliche Wirkung gegen Sommerekzem nicht belegt
  • Bierhefe zur Unterstützung des Hautstoffwechsels
  • Bei Allergikern: Fütterung und Hautpflege tierärztlich abstimmen; für eine pauschale Entgiftung fehlt ein Wirksamkeitsnachweis

4. Medikamentöse Behandlung (in schweren Fällen)

Kortison (systemisch oder lokal)

  • Lindert starken Juckreiz und Entzündung
  • Nur nach tierärztlicher Anweisung einsetzen; besonders bei Hufreherisiko müssen Nutzen und Risiken auch bei kurzer Anwendung sorgfältig abgewogen werden

Antihistaminika

  • Wirken in manchen Fällen unterstützend, oft begrenzter Erfolg

Immunmodulatoren

  • Für allergen-spezifische Immuntherapien mit herkömmlichen Culicoides-Extrakten ist ein verlässlicher Nutzen beim Sommerekzem bislang nicht belegt

5. Alternative und unterstützende Therapien

  • Für Blutegeltherapie, Bioresonanz, Akupunktur und Homöopathie fehlt ein belastbarer Wirksamkeitsnachweis zur Behandlung des Sommerekzems
  • Wichtig: Nur begleitend einsetzen, niemals als Ersatz für wirksamen Insektenschutz

Ekzemerdecke und Schweifschutz: Darauf kommt es an

Die Ekzemerdecke ist die wichtigste Schutzmaßnahme. Sie hilft aber nur, wenn sie dicht ist und gut sitzt. Gnitzen sind so klein, dass sie durch grobe Maschen oder Lücken an Hals, Bauch und Schweif hindurchkommen.

1. Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Feines, engmaschiges Gewebe, das trotzdem luftdurchlässig ist
  • Halsteil mit Kopfschutz bis zu den Ohren, damit der Mähnenkamm vollständig bedeckt ist
  • Großer Bauchlatz, der die Bauchnaht von der Brust bis zum Schlauch bzw. Euter abdeckt
  • Schweiflatz oder separater Schweifschutz, der die Schweifrübe vollständig umschließt
  • Gute Passform ohne Scheuerstellen an Schulter, Widerrist und unter dem Bauch
  • Robustes Material und stabile Verschlüsse, damit die Decke auch auf der Weide hält

2. Schweifschutz für Ekzemer

Die Schweifrübe ist bei vielen Ekzemern besonders stark betroffen. Ein gut sitzender Schweiflatz an der Decke oder ein geeigneter separater Schweifschutz kann Gnitzen von der empfindlichen Haut fernhalten, und schützt die Schweifhaare zusätzlich vor dem Abscheuern. Er sollte gut anliegen, ohne einzuschnüren. Kontrolliere die Haut darunter täglich.

3. Pflege und tägliche Kontrolle

Prüfe Decke und Haut jeden Tag auf Löcher, Scheuerstellen und Hitzestau. Viele Halter nutzen zwei Decken im Wechsel, damit eine gewaschen werden kann, während das Pferd die andere trägt. Ergänzend kann ein Ventilator im Stall helfen, denn Gnitzen sind schwache Flieger und meiden bewegte Luft.

Vorbeugung: So schützt du dein Pferd vor Sommerekzem

Sommerekzem lässt sich nicht „heilen“ – aber sehr gut kontrollieren, wenn du frühzeitig und konsequent vorbeugst. Je eher du Maßnahmen ergreifst, desto milder verläuft das Ekzem – oder tritt im besten Fall gar nicht erst auf.


1. Frühzeitiger Start der Ekzemprophylaxe

  • Beginne mit dem Management ab Februar oder März, noch bevor die ersten Insekten aktiv sind.
  • Sobald der Juckreiz beginnt, ist es oft zu spät für reine Prävention – dann musst du bereits behandeln.

2. 24/7-Insektenschutz sicherstellen

  • Ekzemerdecke frühzeitig anlegen – dauerhaft, nicht nur tagsüber!
  • Fliegenspray konsequent verwenden, auch an bewölkten oder windigen Tagen
  • Engmaschige Insektenschutznetze und sicher installierte, für Ställe geeignete Ventilatoren ergänzend nutzen

3. Weidemanagement optimieren

  • Weidezeiten in die Mittagsstunden legen (weniger Gnitzenaktivität)
  • Feuchte, windgeschützte Weidebereiche möglichst meiden, aber einen geeigneten Schattenplatz für heiße Tage sicherstellen
  • Weidegang an kühlen, windigen Tagen bevorzugen

4. Fütterung anpassen

  • Zucker- und stärkearme Ernährung (besonders bei stoffwechselempfindlichen Pferden)
  • Ergänzungsfuttermittel mit Haut- und Fellunterstützung gezielt einsetzen (ab Spätwinter)
  • Weide erst nach Anweiden, keine abrupten Futterumstellungen

5. Hautbarriere stärken

  • Regelmäßiges Waschen mit milden Shampoos oder spülen mit klarem Wasser nach dem Reiten
  • Rückfettende Pflegeprodukte zur Stärkung der Hautflora
  • Achte auf gute Fellpflege – Mähnenfilz, Dreck und Schuppen fördern das Scheuern

6. Immunsystem und Darmgesundheit im Blick behalten

  • Eine bedarfsdeckende Fütterung unterstützt die allgemeine Gesundheit; pauschale Darmsanierungen oder Kräuterkuren sind keine belegte Ekzemprophylaxe
  • Lass den Allgemeinzustand regelmäßig tierärztlich beurteilen; Blutuntersuchungen erfolgen bei entsprechender Fragestellung

7. Frühzeitige Reaktion auf erste Symptome

  • Schon bei leichtem Scheuern gezielt handeln: Decke anpassen, Pflege intensivieren
  • Leichte Reaktionen ernst nehmen: Frühe Maßnahmen können Hautschäden begrenzen, beseitigen aber nicht die allergische Veranlagung

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Sommerekzem beim Pferd

1. Was genau ist Sommerekzem beim Pferd?

Sommerekzem ist eine allergische Hauterkrankung, die durch eine Überreaktion auf den Speichel von Gnitzen ausgelöst wird. Sie tritt saisonal auf und verursacht starken Juckreiz, Scheuerstellen und Entzündungen.


2. Gibt es eine Impfung gegen Sommerekzem?

Eine Impfung, die zuverlässig vor Sommerekzem schützt, gehört bislang nicht zur etablierten Standardbehandlung. An Impfansätzen wird geforscht, frag deinen Tierarzt nach dem aktuellen Stand. Davon zu unterscheiden ist die allergen-spezifische Immuntherapie (Desensibilisierung), bei der das Pferd über längere Zeit Injektionen mit Allergenextrakten erhält. Ihr Nutzen mit herkömmlichen Culicoides-Extrakten ist beim Sommerekzem bislang nicht ausreichend belegt. Ob im Einzelfall ein solcher Versuch infrage kommt, besprichst du mit deinem Tierarzt.


3. Ab welchem Alter tritt Sommerekzem auf?

Fohlen sind selten betroffen. Meist zeigen sich die ersten Symptome erst nach einigen Sommern mit Gnitzenkontakt, häufig bei jungen erwachsenen Pferden. Bei importierten Pferden, vor allem Islandpferden, beginnt das Ekzem oft im zweiten oder dritten Sommer nach der Einreise.


4. Helfen Ventilatoren im Stall gegen Gnitzen?

Ja, sie können eine sinnvolle Ergänzung sein. Gnitzen sind sehr kleine, schwache Flieger und meiden bewegte Luft. Ein gut platzierter, für Ställe geeigneter Ventilator kann deshalb die Zahl der Stiche in der Box verringern. Er ersetzt aber nicht die Ekzemerdecke und angepasste Weidezeiten. Achte auf Brandschutz und eine sichere Kabelführung.


5. Ist Sommerekzem vererbbar?

Die Neigung zum Sommerekzem hat eine genetische Komponente, ausgelöst wird die Erkrankung aber erst durch Gnitzenstiche. Nachkommen betroffener Pferde haben ein erhöhtes Risiko. Bei der Zuchtplanung sollte deshalb berücksichtigt werden, ob ein Pferd an Sommerekzem leidet.


6. Welche Pferde sind besonders anfällig für Sommerekzem?

Besonders gefährdet sind aus Island importierte Pferde. Grundsätzlich kann Sommerekzem bei jeder Rasse auftreten; genetische Veranlagung und Insektenkontakt spielen eine wichtige Rolle.


7. Wie erkenne ich, ob mein Pferd an Sommerekzem leidet?

Typisch sind Scheuern von Mähne und Schweif, nässende Wunden, Juckreiz an Bauchnaht oder Widerrist sowie Unruhe, vermehrtes Wälzen und Scheuern an Zäunen oder Bäumen.


8. Was hilft am besten gegen Sommerekzem?

Die Kombination aus Ekzemerdecke, insektensicherem Weidemanagement, hautschonender Pflege und passender Fütterung ist der Schlüssel. In schweren Fällen kann auch eine medikamentöse Therapie notwendig sein.


9. Kann Sommerekzem wieder verschwinden?

Sommerekzem ist in der Regel chronisch, lässt sich aber durch frühzeitige und ganzheitliche Maßnahmen sehr gut kontrollieren. In seltenen Fällen verbessert sich die Empfindlichkeit mit den Jahren.


10. Wann sollte man mit der Behandlung beginnen?

Bereits vor dem ersten Insektenflug, also idealerweise im Spätwinter/Frühjahr. Prävention ist effektiver als Behandlung während eines akuten Schubs.


11. Hilft eine Ekzemerdecke wirklich?

Ja, sie ist der wichtigste mechanische Schutz vor Insektenstichen – wenn sie frühzeitig und konsequent eingesetzt wird, am besten rund um die Uhr.


12. Darf ein Ekzemer auf die Weide?

Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen: kurze Weidezeiten, mittags statt morgens/abends, mit gut sitzender Ekzemerdecke und bei Bedarf geeigneter Fliegenmaske, und nicht auf insektenreichen Flächen.


13. Kann Sommerekzem durch das Futter beeinflusst werden?

Eine bedarfsdeckende Fütterung unterstützt die Hautgesundheit. Für pauschale Ergänzer oder Darmsanierungen ist eine verlässliche Wirkung gegen Sommerekzem nicht belegt. Bei Stoffwechselerkrankungen muss die Fütterung zusätzlich individuell angepasst werden.


14. Ist Sommerekzem ansteckend?

Nein, Sommerekzem ist nicht ansteckend – es handelt sich um eine individuelle allergische Reaktion, die nicht auf andere Pferde übertragen wird.

Weil mir das Wohl Ihres Pferdes am Herzen liegt:

Bei Fragen zum Sommerekzem bei Ihrem Pferd, kontaktieren Sie mich gerne.

Ihr Dr. vet. Henning v. Lützow

Dr. med. vet. Henning v. Lützow
Über den Autor

Dr. med. vet. Henning v. Lützow

Tierarzt mit eigener Praxis seit 1993, heute in Pfaffenhofen an der Ilm. Er schreibt das Tierlexikon, damit Tierhalter Symptome früh einordnen können und wissen, wann eine Untersuchung nötig ist.

Mehr über Dr. v. Lützow

Ihr Tier zeigt Symptome?

Lassen Sie es untersuchen, bevor aus kleinen Beschwerden ein großes Problem wird. Dr. med. vet. Henning v. Lützow nimmt sich Zeit für Sie und Ihr Tier.