Sommerekzem beim Pferd
Sommerekzem quält viele Pferde jedes Jahr. So schützen Sie Ihr Pferd dauerhaft und wirksam vor Juckreiz und Mückenstichen.
Mauke beim Pferd lässt sich mit der richtigen Behandlung gut in den Griff bekommen. Sechs Fehler, die Sie dabei vermeiden sollten.
Mauke ist eine entzündliche Hauterkrankung im Bereich der Fesselbeuge – also dort, wo das Bein des Pferdes am empfindlichsten ist. Sie beginnt meist mit geröteter, rissiger Haut, kann aber schnell zu nässenden, verkrusteten und schmerzhaften Wunden führen.
Hinter Mauke können verschiedene Ursachen stecken, etwa:
Mauke kann ganz harmlos beginnen – ein bisschen Hautrötung oder leichtes Schuppen. Doch ohne Behandlung verschlimmert sich der Zustand schnell. Je früher du die Symptome erkennst, desto einfacher ist die Therapie.
Diese ersten Anzeichen werden oft übersehen oder mit „trockener Haut“ verwechselt – dabei ist jetzt der beste Zeitpunkt, um zu handeln.
Mauke kann leicht mit anderen Hautproblemen verwechselt werden:
➡️ Ein Tierarztbesuch ist empfehlenswert, wenn du dir nicht sicher bist oder die Symptome sich verschlimmern.
Mauke ist kein Zufall. Die Haut in der Fesselbeuge ist extrem empfindlich – sie wird schnell gereizt, aufgeweicht oder infiziert. Die Ursachen sind dabei vielschichtig – meist liegt eine Kombination aus Umweltfaktoren, Pflegefehlern und individuellen Schwächen vor.
➡️ Besonders gefährlich: feucht-warmes Wetter + mangelnde Pflege
Fazit: Mauke entsteht selten durch „einen einzigen Auslöser“. Wer die Ursachen versteht, kann gezielter vorbeugen – und wirksamer behandeln.
Im Stall wird oft zwischen trockener und nässender Mauke unterschieden. Medizinisch sind das keine getrennten Krankheiten, sondern unterschiedliche Erscheinungsbilder. Die Unterscheidung hilft dir aber, die Pflege richtig anzupassen.
Die Haut ist feucht, gerötet, teils schmierig belegt oder eitrig. Im Vordergrund steht, die Stelle sauber und trocken zu bekommen: Nach tierärztlicher Anleitung schonend reinigen und gründlich trocknen; Krusten nicht gewaltsam ablösen. Fettige Salben sind in dieser Phase eher ungünstig, weil sie Feuchtigkeit und Keime unter sich einschließen. Bei eitrigen, geschwollenen oder schmerzhaften Stellen ist eine zeitnahe tierärztliche Abklärung nötig, da oft Bakterien beteiligt sind.
Die Haut ist schuppig, rissig, verkrustet oder verdickt, nässt aber kaum. Dieses Bild ist typisch für chronische Verläufe und für Pferde mit viel Behang. Gerade hier lohnt sich die Suche nach der Ursache, denn hinter trockener, juckender Mauke stecken häufig Milben (Chorioptes). Dann helfen Salben allein nicht, sondern nur eine gezielte Milbenbehandlung des Pferdes und meist auch der Stallgefährten.
Pflegetipps bei trockener Mauke:
Bessert sich trockene Mauke trotz konsequenter Pflege nicht oder breitet sie sich aus, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Bei Kaltblütern mit chronisch verdickter Haut an den Beinen kann auch ein chronisch fortschreitendes Lymphödem (CPL) dahinterstecken, das eine langfristige Betreuung braucht.
Die erfolgreiche Behandlung von Mauke erfordert vor allem eins: Konsequenz. Es reicht nicht, die betroffenen Stellen einmal zu reinigen oder eine Salbe aufzutragen. Vielmehr geht es um ein systematisches Vorgehen, das Haut, Haltung und Ursache gleichzeitig berücksichtigt.
🚫 Fettige Salben auf ungewaschener oder feuchter Haut
🚫 Pflaster, die keine Luft durchlassen
🚫 Zu häufiges oder aggressives Waschen
🚫 Schmutzige Bandagen, Gamaschen oder Putzzeug
🚫 Eigenversuche ohne Ursachenanalyse
Die Frage nach dem besten Mittel gegen Mauke ist verständlich, lässt sich aber nicht pauschal beantworten. Jedes Mittel hat seine eigene Aufgabe. Entscheidend ist, es zur richtigen Zeit und auf die richtige Weise einzusetzen.
Povidon-Iod (z. B. Betaisodona) und Chlorhexidin wirken keimreduzierend und eignen sich zur Reinigung nässender oder verkrusteter Stellen. Präparat, Anwendung, Einwirkzeit und gegebenenfalls Nachspülen müssen tierärztlich auf die betroffene Haut abgestimmt werden. Danach die Fesselbeuge gründlich trocknen. Zu häufige Anwendung kann die Haut reizen und austrocknen. Wie oft und wie lange du reinigst, stimmst du am besten mit deiner Tierarztpraxis ab.
Zinkhaltige Salben schützen die Haut, wirken leicht austrocknend und unterstützen die Heilung. Sie eignen sich bei leichten Reizungen und in der Abheilungsphase, und zwar immer auf sauberer und trockener Haut. Auf stark nässende, verschmutzte oder eitrige Stellen gehören sie nicht.
Cortisonhaltige Präparate lindern Entzündung und Juckreiz schnell, bremsen aber auch die Abwehr der Haut. Bei einer Infektion mit Bakterien oder Pilzen können sie die Mauke sogar verschlimmern. Cortison- und Antibiotikasalben sollten deshalb nur nach tierärztlicher Untersuchung und Verordnung eingesetzt werden.
Wenn eine Reinigung nötig ist, kann lauwarmes Wasser verwendet werden. Festsitzende Krusten nicht abreißen. Kamillentee kann die Haut reizen und ist nicht steril. Von Experimenten mit Essig, Teebaumöl oder Melkfett auf nasser Haut solltest du absehen: Sie können die empfindliche Fesselhaut reizen oder Keimen einen Nährboden bieten.
Mauke erfolgreich zu behandeln ist gut – aber sie gar nicht erst entstehen zu lassen, ist besser. Gerade im Herbst, Winter und Frühjahr, wenn Matsch und Feuchtigkeit zum Alltag gehören, ist Vorbeugung der Schlüssel. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du das Risiko erheblich senken.
Mauke ist eine entzündliche Hautveränderung im Bereich der Fesselbeuge. Sie entsteht durch Feuchtigkeit, Schmutz, Bakterien, Pilze oder Parasiten und kann akut oder chronisch verlaufen.
Betaisodona enthält Povidon-Iod und kann nach tierärztlicher Anleitung zur antiseptischen Reinigung eingesetzt werden. Eine Ursachensuche ersetzt es aber nicht. Ob Nachspülen erforderlich ist, hängt vom Präparat ab; halte dich an die tierärztlichen Anwendungshinweise und trockne die Haut gründlich. Bessert sich die Mauke nicht innerhalb weniger Tage, ist eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll.
Nur nach tierärztlicher Rücksprache. Cortison lindert Entzündung und Juckreiz, kann eine bakterielle oder Pilzinfektion aber verschlimmern. Ob und wie lange eine cortisonhaltige Salbe sinnvoll ist, hängt von der Ursache ab.
Der dichte Behang hält Feuchtigkeit und Schmutz in der Fesselbeuge und bietet Milben gute Bedingungen. Zudem neigen einige Kaltblutrassen zu einem chronisch fortschreitenden Lymphödem (CPL), bei dem die Haut an den Beinen dicker und anfälliger für Entzündungen wird. Regelmäßige Kontrollen unter dem Behang und eine frühe Milbenabklärung sind deshalb besonders wichtig.
Ja. Vor allem Chorioptes-Milben befallen gern die Fesselbeuge von Pferden mit Behang. Typisch sind starker Juckreiz, Stampfen, Scheuern und schuppige, verkrustete Haut. Nachgewiesen werden die Milben über ein Hautgeschabsel. Behandelt werden sollten in der Regel alle Pferde mit engem Kontakt.
Typische Anzeichen sind:
🔹 Rötung der Haut
🔹 Schuppung, Haarausfall
🔹 Nässende oder verkrustete Stellen
🔹 Juckreiz oder Schmerzreaktionen beim Putzen
In der Regel nein – Mauke selbst ist nicht direkt ansteckend, allerdings können bestimmte Erreger wie Pilze oder Milben zwischen Pferden übertragen werden.
Die Hauptursachen sind dauerhafte Feuchtigkeit, schmutzige Untergründe, starker Behang, und ein geschwächtes Immunsystem. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen.
Unbehandelt verschwindet Mauke selten. In frühen Stadien kann sie sich bei optimalen Bedingungen zurückbilden, meist ist jedoch eine gezielte Pflege nötig.
Nein! Festsitzende Krusten sollten nicht abgelöst werden. Nur bereits gelöste Krusten nach tierärztlicher Anleitung vorsichtig entfernen. Mechanisches Abreißen kann die Haut verletzen und die Entzündung verschlimmern.
Das hängt von der Ursache ab:
🔹 Zinksalbe bei leichter Reizung
🔹 Antibakterielle Cremes bei bakterieller Infektion
🔹 Antimykotische Salben bei Pilzen
Ein Tierarzt kann hier gezielt beraten.
Bei konsequenter Pflege heilen leichte Formen oft in ein bis zwei Wochen. Chronische oder komplizierte Verläufe können mehrere Wochen bis Monate dauern.
Am effektivsten ist:
✔ Trockene, saubere Haltungsbedingungen
✔ Regelmäßige Kontrolle und Fellpflege
✔ Immunsystem stärken
✔ Pflegeprodukte gezielt einsetzen
Wenn:
❗ die Mauke trotz Pflege nicht abheilt
❗ die Haut stark geschwollen oder schmerzhaft ist
❗ Lahmheit, Fieber oder Verdacht auf Pilze/Milben besteht

Weil mir das Wohl Ihres Pferdes am Herzen liegt:
Bei Fragen zur Mauke bei Ihrem Pferd, kontaktieren Sie mich gerne.
Ihr Dr. vet. Henning v. Lützow
Lassen Sie es untersuchen, bevor aus kleinen Beschwerden ein großes Problem wird. Dr. med. vet. Henning v. Lützow nimmt sich Zeit für Sie und Ihr Tier.